1. Einführung in die Thematik
Wie lässt sich Europa definieren, welche geografischen Grenzen hat Europa und was verbindet uns auf diesem Kontinent? Welche kulturellen Werte und Eigenschaften verbinden uns? Oder ist es vielleicht doch eher eine politische Gemeinschaft, die uns durch die Europäische Union verbindet, wenngleich nicht alle Staaten, die zu Europa gehören, auch zur EU gehören? Um die Frage zu klären, was uns in Europa verbindet, wird häufig eine weitere Frage gestellt — die nach der europäischen Identität. Doch wie kann eine Identifikation mit Europa entstehen bei so einem großen Kontinent? Der Empfehlung der Kultusministerkonferenz zufolge ist die Schule als Institution ein Ort, an dem der europäische Gedanke vermittelt und gelebt werden soll, und im Politikunterricht sollen sich Schülerinnen und Schüler mit einer europäischen Identität auseinandersetzen (2020, S. 4, 9).
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse dieser KMK-Empfehlung. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Beitrag der Politikunterricht zur Entwicklung eines europäischen Bewusstseins beziehungsweise einer europäischen Identität leisten kann und welche Vorgaben sich hierzu aus der Empfehlung der Kultusministerkonferenz „Europabildung in der Schule“ aus dem Jahr 2020 ergeben. Ausgehend davon lautet die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit: Wie kann der Politikunterricht eine ‚europäische Identität‘ stiften, und wie adressiert die KMK-Empfehlung diesen Auftrag?
Mittwoch, 23. September 2026
Europäische Identität im Politikunterricht – eine Analyse der KMK-Empfehlung
Samstag, 14. März 2026
EU-Planspiele im Politikunterricht - Potenziale und Grenzen
Die Komplexität und Dynamik der Europäischen Union (EU) wird von Schüler*innen häufig als schwer zu durchdringen wahrgenommen, und auch Lehrkräfte berichten über Schwierigkeiten in der Vermittlung von EU-Kompetenzen (vgl. Oberle & Leunig, 2017, S. 241). In diesem Zusammenhang stellt Detjen fest:
„Es besteht kein Zweifel: Der Gegenstand Europa ist im Politikunterricht schwer zu vermitteln“ (Detjen, 2004, S. 126).
Gleichzeitig ist der Unterrichtsgegenstand EU von zentraler Bedeutung für die politische Bildung und die Entwicklung von politischen Kompetenzen in der Schule (vgl. Schöne, 2021, S. 88). Vor diesem Hintergrund wird zunehmend der Einsatz von Planspielen für die Auseinandersetzung mit der Europäischen Union in der Schule diskutiert (vgl. Dierßen & Rappenglück, 2015, S. 223). Daher werden in dieser Seminararbeit Planspiele als Methode für die EU-Bildung genauer betrachtet. Die Seminararbeit setzt sich zum Ziel, folgende Frage zu beantworten: Welche Potenziale und Grenzen weisen Planspiele als Methode für die EU-Bildung im Politikunterricht auf?
Zur Beantwortung der Fragestellung werden als Ausgangspunkt zunächst die Relevanz, Legitimationsgrundlagen und Herausforderungen der EU-Bildung im Politikunterricht genauer beleuchtet. Daraufhin wird der Fokus auf europabezogene Planspiele im Politikunterricht gesetzt. Dabei werden begriffliche und theoretische Grundlagen, didaktische Überlegungen sowie grundlegende Merkmale und die Durchführung von Planspielen erläutert. Im Anschluss werden Potenziale, wie die Vermittlung der Komplexität der EU, ein umfangreicher Kompetenzerwerb und die Förderung von politischer Partizipation von Schüler*innen diskutiert. Anschließend werden Grenzen von Planspielen, wie Herausforderungen der notwendigen Komplexitätsreduktion, die Herstellung eines europäischen Bewusstseins und schulische Rahmenbedingungen näher betrachtet. Daraufhin werden ausgewählte Angebote und Beispiele von europabezogenen Planspielen vorgestellt. Abschließend wird ein Fazit gezogen und der Einsatz von Planspielen für die schulische EU-Bildung reflektiert.
Mittwoch, 15. November 2023
Projekt "Europe in the Classroom"
In dem Projekt „Europe in the Classroom“ geht es darum, Lehrkräfte, Studierende und Bildungsexpert*innen zusammenzubringen, um über aktuelle Themen der europapolitischen Bildung zu diskutieren und voneinander zu lernen. Hierfür gibt es dieses Jahr noch drei kurze, digitale Workshops. Man kann an allen Terminen teilnehmen, es ist aber auch möglich, sich einzeln anzumelden:
- 16.11.2023 : Europabildung – Wo stehen wir und wo wollen wir hin? Eine Bedarfsaufnahme
- 29.11.2023 : Unboxing Europe - Gemeinsam Europa verstehen
- 30.11.2023: EP Wahlen 2024 - Befähigung junger Menschen zur aktiven Teilhabe
Der erste Workshop fokussiert auf einer Bedarfserfassung. Wo stehen wir und wo wollen wir hin mit Blick auf das Thema „Europakompetenzen“? Die Ergebnisse des Workshops, der vor allem auf dem Austausch zwischen den Teilnehmenden basiert, bilden die Grundlage für Angebote im Jahr 2024. Im zweiten Workshop wird praktisch mit der digitalen Toolbox von Unboxing Europe gearbeitet. Dabei lernt man diverse Einsatzmöglichkeiten der Unterrichtsmaterialien kennen. Im Anschluss an verschiedene Testphasen werden Umsetzungsideen diskutiert und gemeinsame Ideen formuliert. Der dritte und letzte Workshop der Reihe wirft einen Blick in die Zukunft. Unterstützt von Expert*innen aus dem Bereich Jugend sprechen wir über die Wahlen 2024 und diskutieren, wie der Bildungsbereich junge Menschen mit Blick auf die kommenden Wahlen unterstützen und befähigen kann.
Samstag, 17. April 2021
Digitaler Workshop zur EU-Vermittlung
Der Lehrstuhl von Gabriele Abels an der Universität Tübingen veranstaltet am Donnerstag, 6. Mai 2021, von 10:00 – 12:30 Uhr einen digitalen Workshop "Europa@School", der Europa und die Europäische Union in der schulischen Vermittlung thematisiert und auf besondere Chancen und Schwierigkeiten dieses Themenfelds hinweisen möchte. Er richtet sich an Lehrkräfte, Referendarinnen und Referendare des Faches Gemeinschaftskunde, aber insbesondere auch an Studierende. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Bei Interesse melden Sie sich unter der folgenden E-Mail an: hiwi.abels@ifp.uni-tuebingen.de. Ihnen werden dann die Zoom-Daten mitgeteilt. Das detaillierte Programm finden Sie hier...
Donnerstag, 4. April 2019
Euopäische Union im Unterricht - Herausforderungen im Schulalltag
„Die Schule hat die Aufgabe, die Annäherung der europäischen Völker und Staaten und die Neuordnung ihrer Beziehungen bewusst zu machen. Sie soll dazu beitragen, dass in der heranwachsenden Generation ein Bewusstsein europäischer Zusammengehörigkeit entsteht und Verständnis dafür entwickelt wird, dass in vielen Bereichen unseres Lebens europäische Bezüge wirksam sind und europäische Entscheidungen verlangt werden. Die Schule hat zudem die Aufgabe, Respekt vor und Interesse an der Vielfalt der Sprachen und Kulturen zu wecken und auszubauen.“ (KMK 2008)Diese Leitlinien hat die Kultusministerkonferenz erstmals am 8. Juni 1978 aufgestellt und am 5. Mai 2008 fortgeschrieben. Die Frage ist nun, wie werden die Empfehlungen umgesetzt und vor allem wie effektiv?