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Freitag, 7. Juni 2024

Sticker und Streetart in Brüssel

Ein Beitrag von Benjamin Engelhardt (von dem auch alle Fotos stammen)

Ich liebe Stickern. Meine ganzen Möbelstücke sind voll damit, viele Freunde freuen sich, wenn ich ihnen wieder mal ein paar neue Aufkleber mitbringe, und so halte ich auch im öffentlichen Raum oft meine Augen offen, um zu schauen, was momentan in der Stickerkultur los ist und was für Botschaften mit diesem Medium übertragen werden.

Während unserer EU-Exkursion in Brüssel habe ich aus persönlichem Interesse diverse Aufkleber fotografiert. Hier finden Sie eine kleine Auswahl der von mir fotografierten politischen, sozialkritischen oder anderweitig auffallenden Exemplare. Sehr schnell wird deutlich, wie offen politisch und auch EU-kritisch die Brüsseler Innenstadt mit Stickern gepflastert ist. Bemerkenswert finde ich vor allem die Anti-Putin-Aufkleber und deren Häufung, aber man beachte auch die direkte Referenz des Palestine-Stickers hin zum Motiv bezüglich der Gewalt im Kongo.







 Neben Stickern bietet die Brüsseler Streetart aber auch noch diverse weitere Formen der Kunstdarstellung, nicht selten ebenso mit starken Statements geschmückt. Neben dem weltbekannten „The Future is Europe“-Mural fand sich in einer Unterführung im Europaviertel auch eine nette Aufforderung, zur Europawahl zu gehen. „Les fachos iront voter. Et toi?“ – „Die Faschos werden wählen. Und Du?“



Mittwoch, 5. Juni 2024

Die Rolle des Königs in Belgien

Foto: Vivien Flory
Ein Beitrag von Vivien Flory

Belgien ist eine parlamentarische Monarchie und der König durch seine Position innerhalb des Staates ein Stabilitätsfaktor. Durch die neutrale Stellung und parteipolitische Unabhängigkeit kann er „Vermittler“ zwischen den verschiedenen Landesteilen sein. Denn Belgien ist politisch, sprachlich und kulturell zerrissen zwischen den französischsprachigen Wallonen im Süden, den niederländischsprachigen Flamen im Norden und einer deutschen Minderheit im Osten des Landes. Vor allem zwischen den großen Volksgruppen der Flamen und Wallonen gibt es immer wieder Spannungen.

Nach Wahlen gestaltet sich die Regierungsbildung langwierig und schwierig, da es die Chefs der wichtigsten Parteien oft nicht schaffen, sich auf eine Regierung zu einigen. Aktuell sind es wirtschaftliche Konflikte, da die wirtschaftsstärkere Region Flandern die Wallonische Region nicht mehr dauerhaft finanziell stützen will.

In diesen Zeiten wird auch die Rolle des Königs deutlicher wahrgenommen. Dieser spielt nämlich im politischen Entscheidungsprozess eine große Rolle durch den Dialog. Über seine Kontakte mit den politischen Protagonisten macht er Vorschläge, erteilt Ratschläge, formuliert Warnungen und gibt Anregungen.

Aber nicht nur mit den Politikern ist der König immer wieder im Austausch. Zu seinen täglichen Aufgaben gehört auch, gegenüber den Ministern als Vermittler aufzutreten, wenn sich die Bürger mit ihren privaten Bitten an ihn wenden, weil sie unter dem Politik- und Verwaltungssystem zu leiden hatten. In politischen Krisen braucht es jemanden, der neutral ist, der über allen Parteien steht und der unantastbar ist. Und das ist König Phillipe.

Standorte der EU-Kommission

Ein Beitrag von Robin Mittag

Seit 1997 ist Brüssel offizieller Sitz der EU-Institutionen. Im Lauf der Jahre hat sich rund um die verschiedenen EU-Standorte ein ganzes Stadtviertel entwickelt: das Europaviertel. Hier erhält der Begriff "Europa" eine neue Dimension. Neben den europäischen Institutionen und ihren rund 40.000 Angestellten ist das Viertel ein sprichwörtlicher kultureller Schmelztiegel.

Dienstorte: Die meisten Dienststellen der Kommission befinden sich in Brüssel oder Luxemburg, aber die Kommission unterhält auch Vertretungen in jedem EU-Land. Die Vertretungen außerhalb der EU werden als Delegationen bezeichnet und vom Europäischen Auswärtigen Dienst betrieben (s.u.).

Hauptsitze: Die Dienststellen der Kommission und die Exekutivagenturen sind in Brüssel und Luxemburg ansässig. Die wöchentlichen Sitzungen der Kommissionsmitglieder finden sowohl am Hauptsitz in Brüssel als auch in Straßburg statt. Insgesamt belegt die Kommission über 60 Gebäude in Brüssel.

In den EU-Ländern: Die Vertretungen in den EU-Mitgliedstaaten dienen der Kommission als Sprachrohr und beobachten die öffentliche Meinung in den jeweiligen Ländern. Sie bieten Informationen über die EU, organisieren Veranstaltungen zu EU-Themen und führen Besuche für Schulen und ähnliche Einrichtungen durch. Zudem stellen sie Räumlichkeiten – sogenannte europäische öffentliche Räume – für Aktivitäten mit Bezug zur EU bereit.

Außerhalb der EU: Zusätzlich unterhält die EU 139 Büros außerhalb ihrer Grenzen – die Delegationen. Diese werden vom Europäischen Auswärtigen Dienst verwaltet und präsentieren, erläutern und setzen die Außenpolitik der EU um. Weitere Aufgaben umfassen die politische Analyse und Berichterstattung sowie die Verhandlungsführung im Namen der EU.

Standorte und Verzeichnis der Gebäude: https://commission.europa.eu/about-european-commission/visit-european-commission/buildings-commission-and-executive-agencies-brussels_de#buildingsList

Montag, 3. Juni 2024

EU-Exkursion in den Sozialen Medien

Foto: Ragnar Müller

Ein Beitrag von Valerie Speeter

Die EU-Exkursion nach Luxemburg und Brüssel wurde durch die Politik-Fachschaft auf Instagram dokumentiert. Zu finden ist dieser Account unter dem Username @politikfachschaft.phlb oder über diesen Link: https://www.instagram.com/politikfachschaft.phlb/#.

Dort zu finden sind drei Reels und mehrere Storys, die im Story-Highlight namens “Brüssel” gesichert sind. Unter folgenden Links findet man die Reels:

Diese digitale Dokumentation bietet einen umfassenden Einblick in die Erlebnisse in Brüssel und Luxemburg.

Samstag, 1. Juni 2024

Eurovision Debate am 23. Mai 2024 im Europäischen Parlament

Ein Beitrag von Claudia Fend und Anna-Marie Kramer 

Foto: Philemon Budiscak

Im Rahmen der diesjährigen EU-Exkursion konnten wir im Europäischen Parlament einen Einblick in die Vorbereitungen für die Eurovision Debatte 2024 erlangen. Hintergrund waren die anstehenden Europawahlen am 9. Juni. Die fünf Spitzenkandidat*innen für das Amt des Präsidenten / der Präsidentin der Europäischen Kommission wurden von dem Moderator Martin Řeznícek und der Moderatorin Annelies Beck sowie von einem Online-Publikum und dem anwesenden Plenum zu unterschiedlichen Themen wie Sicherheit, Migration, Wohlstand und Klimaschutz befragt. Ursula von der Leyen war als aktuelle Kommissionspräsidentin ebenfalls dabei. Auffällig war, dass die zwei rechten Fraktionen EKR und ID keine Spitzenkandidat*innen zur Wahl der Kommissionspräsidentschaft aufgestellt und damit auch nicht an der Debatte teilgenommen haben.

Wer die Eurovision Debate der Spitzenkandidat*innen in voller Länger nachschauen möchte, findet sie hier (https://www.youtube.com/watch?v=FvRBST7PiRw):



Am 9. Juni 2024 haben wir als EU-Bürger*innen die Möglichkeit, das Parlament zu wählen, das über unsere Zukunft über die nächsten fünf Jahre mitentscheiden wird. Deswegen nutzt eure Stimme und geht am 9. Juni wählen!

Donnerstag, 25. April 2024

Programm der EU-Exkursion

Die EU-Exkursion in Kooperation mit dem Europa Zentrum Baden-Württemberg trägt den Titel „Die Europäische Union – aktuelle Herausforderungen“. Es handelt sich um eine Studienfahrt über Luxemburg nach Brüssel im Zeitraum 21.-24. Mai 2024. Das Programm sieht folgendermaßen aus:

Dienstag, 21. Mai 2024

  • 08.00 Abfahrt am Parkplatz der PH Ludwigsburg
  • 12.00 Schengen, Luxemburg
  • Weiterfahrt nach Luxemburg Stadt
  • Mittagspause am Place d’Armes, Luxemburg
  • 14.30 Europapolitische Stadtführung in Luxemburg mit Europaviertel: „Die Auswirkungen der EU auf Luxemburg“
  • 19.45 Ankunft Brüssel
  • 20.30 Gemeinsames Abendessen im Grand Café

Mittwoch, 22. Mai 2024

  • 08.15 Spaziergang zur EU-Kommission ab Herberge
  • Informationsbesuch in der EU-Kommission mit zwei Themen: „Die Rolle der Europäischen Kommission in der EU“ und „Die EU ihren Bürgerinnen vermitteln“
  • 12.15-13.30 Mittagspause am Place Jourdan
  • Informationsbesuch im Rat der Europäischen Union: „Die Rollen des Rates der Europäischen Union und des Europäischen Rates“
  • Informationsbesuch in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland: „Wie nehmen die Mitgliedstaaten in Brüssel Einfluss?“

Donnerstag, 23. Mai 2024

  • 09.00 „Migratorische und soziologische Wirkungen der EU auf die Stadt Brüssel“ - Geführte Stadtbegehung
  • 12.00-13.00 Mittagsimbiss à la belge am Place de Luxembourg
  • 13.30 Informationsbesuch im Europäischen Parlament: „Der Zustand der EU und ihre politische Zukunft“ - Gespräch mit einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin des Abgeordnetenbüros des Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, mit Besuch des Plenarsaales
  • 16.15 Informationsbesuch im Haus der Europäischen Geschichte: „Neue Wege zu Europa – das Haus der Europäischen Geschichte“

Freitag, 24. Mai 2024

  • 09.00 Informationsbesuch in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg – The Länd: „Die Rolle der Landesvertretung in Brüssel“
  • 10.45 Informationsbesuch im Parlamentarium: „Europa entdecken über das Parlamentarium“
  • 12.30 Rückfahrt
  • ca. 20.30 Ankunft am Parkplatz der PH Ludwigsburg

Sonntag, 28. Januar 2024

EU-Exkursion im Mai

In der Exkursionswoche im kommenden Sommersemester 2024 wird Ragnar Müller wieder eine Exkursion nach Brüssel anbieten, und zwar vom 21.-25. Mai 2024. Organisiert und durchgeführt wird die Exkursion vom Europa Zentrum Baden-Württemberg. Vorbereitende Seminarsitzungen finden im kommenden Semester in der Zeitschiene Di 16-18 Uhr statt. Der erste Termin ist am Di 16. April 2024 (Details und weitere Termine im LSF). Aus organisatorischen Gründen (Stornogebühren vermeiden etc.) muss man sich jetzt bereits anmelden. Die Kosten (Fahrt, Unterkunft) werden dank Zuschüssen lediglich rund 250,- € p.P. betragen. Nach der Exkursion erhalten die Teilnehmenden zudem für gewöhnlich einen Zuschuss des AStA, der die Kosten weiter relativiert. Wer mitgehen möchte, möge bitte möglichst umgehend und bis spätestens Fr 2. Februar 2024 eine E-Mail an ragnar.mueller@ph-ludwigsburg.de schreiben mit folgenden Angaben:

  • Name & Matrikelnummer
  • Fächer & Semesterzahl
  • bereits besuchte EU-Veranstaltungen

Sonntag, 23. Dezember 2018

EU-Exkursion 12/2018: Haus der europäischen Geschichte

Ein Beitrag von Mira Steinke

Das Haus der Europäischen Union setzt sich für ein besseres Verständnis der europäischen Geschichte und Integration ein. Das Museum befindet sich in Brüssel, mitten im Europaviertel, und ist eine Initiative des Europäischen Parlaments. Vorweg möchte ich festhalten, dass mir dieses Museum sehr gut gefallen hat. Am Eingang erhält jeder Besucher ein Tablet, mit dessen Hilfe man durch die verschiedenen Stockwerke navigiert und begleitet wird. Oftmals wird ein Museumsbesuch unter der Kategorie „langweilig“ abgelegt und das Gesehene wird schnell wieder vergessen. Im Haus der europäischen Geschichte kann davon nicht die Rede sein!

Durch die wunderschöne und detailgetreue Gestaltung der unterschiedlichen Themenbereiche wird ein Grundverständnis der EU vermittelt. Die Tour beginnt im untersten Stockwerk, wo Vorläufer und Anfänge der EU gezeigt werden. Stock für Stock wird so die gesamte Geschichte chronologisch aufgezeigt.

Auf dem Tablet werden die Ausstellungsbereiche angezeigt, jeder kann individuell entscheiden, welche Bereiche vertieft werden sollen. Auf den Geräten erscheinen dann weitere Informationen zu den ausgestellten Exponaten.

Im obersten Stockwerk geht es um Lob und Kritik. Die europäische Geschichte hat uns alle geprägt, warum sind Erinnerungen so wichtig für uns, was bringt die Zukunft und wie werden wir sie mitgestalten?

Unter dem Themenpunkt „Europa und Sie“ findet man unter anderem einen Bildschirm, auf dem man seine Meinung in Form einer individuellen Stimmenabgabe zu aktuellen europäischen Themen äußern kann. Bevor es losgeht, wird man nach Geschlecht, Alter und Nationalität befragt. Die Themengebiete sind: Die EU und
  • die Verteidigung,
  • die Demokratie,
  • die Asylbewerber,
  • ihre Erweiterung,
  • der Weltmarkt,
  • Euroskepsis.
Nach der Befragung kann zu jeder Frage eine Statistik angesehen werden. Hier wird deutlich, welche Meinungen die anderen Besucher zu den einzelnen Themen haben. Für mich persönlich waren die Statistiken mit den unterschiedlichen Nationalitäten am interessantesten. Hier können teilweise große Abweichungen beobachtet werden. Durch diese Eindrücke können im Anschluss an den Museumsbesuch sehr spannende Diskussionen und Gespräche entstehen.

EU-Exkursion 12/2018: Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland

Ein Bericht von Julia Haußer und Bettina Wieland-Herberholz

Die Ständige Vertretung der BRD findet man in Brüssel in der Nachbarschaft vieler weiterer Vertretungen sowie anderer wichtiger politischer Institutionen im Europaviertel. Die strengen Sicherheitskontrollen, wie Ausweiskontrollen, Zutritt nur nach Anmeldung und Taschenkontrollen, ließen sofort bewusst werden, dass man nicht nur in irgendeinem öffentlichen Gebäude zu Gast ist, sondern in einer wichtigen politischen Institution.

Samstag, 22. Dezember 2018

EU-Exkursion 12/2018: Haus der europäischen Geschichte

Ein Bericht von Naxhije Bujupi und Selda Horos

Im Rahmen der EU-Exkursion vom 2. bis 5. Dezember 2018 mit Herrn Dr. Müller in Luxemburg und Brüssel wurde neben den wichtigsten Institutionen der Europäischen Union auch das Museum „Haus der europäischen Geschichte“ besucht. Hier konnte man auf insgesamt vier Etagen eine chronologisch strukturierte Reise durch die Geschichte Europas durchlaufen und erleben. Das technologisch höchst fortgeschrittene Gebäude, das als Projekt vom Europäischen Parlament finanziert wurde, hat eindrucksvolle Ausstellungsstücke auf eine sehr kreative und ansprechende Weise dargestellt.

EU-Exkursion 12/2018: Stadtführung Brüssel

Ein Bericht von Vanessa Hofmaier und Sophia Schultze

Bericht über die Stadtführung „Migratorische und soziologische Wirkung der EU auf die Stadt Brüssel“ mit Malte Woydt

Am Montagmorgen startete unsere Stadtführung durch Brüssel auf dem Place des Barricades, direkt neben unserer Jugendherberge. Geführt wurden wir von Malte Woydt, der Politologe und Historiker ist. Schon am Startpunkt wies uns Woydt auf den klassizistischen Baustil hin, welchen wir auch an vielen weiteren Orten der Stadt begutachten konnten. Bei diesem Baustil wurde die Individualität der Bürger eingeschränkt, da vorgegeben wurde, wie die Fassade des Gebäudes aussehen soll. Dabei sieht man, dass alle Gebäude den gleichen Aufbau und das gleiche Bild nach außen haben. Klassizismus, so Woydt, ist eine Architektur für Untertanen.

Während der ersten Minuten im Bus ging Woydt auf den Aufbau und die geographische Lage Brüssels ein. Brüssel ist eine große Region und besteht aus mehreren kleineren Gemeinden, durch die wir auch später auf unserer Tour durchgefahren sind, was für einige von uns eine neue Information war. Alle 19 Gemeinden sind unabhängig voneinander, mit zum Beispiel eigenen Organisationen und Vereinen. Zu den Gemeinden gehören auch Brüssel-Stadt und Anderlecht. Man kann sich die Region Brüssel also wie ein kleines Bundesland vorstellen. Auffällig waren die zweisprachigen Straßenschilder, welche wir an verschiedenen Stellen der Stadt sehen konnten. Diese sind auf den inner-belgischen Sprachenkonflikt zurückzuführen. Dabei geht es um den flämisch-wallonischen Sprachenstreit.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

EU-Exkursion 12/2018: Sklaverei als Thema im Haus der europäischen Geschichte

Ein Beitrag von Lilly Bock

Sklaverei in Europa - Bemerkungen zu einer Vitrine im Haus der europäischen Geschichte in Brüssel

Im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel befindet sich die oben gezeigte Vitrine. Auf rotem Grund ist dort eine Halsfessel für drei Menschen ausgestellt. Im ersten Moment weiß man als Betrachter*in nicht wirklich, wie man dieses barbarische Werkzeug in die europäische Geschichte einzuordnen hat. Dies liegt wohl vor allem daran, dass Sklaverei für die meisten eher der amerikanischen als der europäischen Geschichte zuzuordnen ist. Und doch ist der Sklav(*innen)enhandel, wie auch in der Information zu dieser Vitrine zu lesen ist, "ein nicht zu leugnender Teil der europäischen Geschichte."

Der Sklav*innenenhandel wurde durch monarchische europäische Staaten, wie z.B. Portugal, systematisch gefördert. Die Profitgier veranlasste diese Staaten dazu, sich am transatlantischen Sklav*innenenhandel zu beteiligen. Dies erwies sich als lukratives Geschäft. Schiffe wurden mit kostbaren Rohstoffen wie Kaffee oder Zucker beladen, die man afrikanischen Stammesfürsten zum Tausch anbieten konnte.

Die mit Sklav*innen beladenen Schiffe fuhren dann nach Amerika, wo die in Afrika ersteigerten Menschen an die Höchstbietenden verkauft wurden. Daraufhin wurden die europäischen Schiffe erneut mit Rohstoffen beladen, diesmal aus den Kolonien. Besonders beliebt waren Baumwolle, Tabak und Edelmetalle. Kehrten die Schiffe dann nach Europa zurück, hatte der Menschenhandel meist einen gewaltigen Profit erbracht. Auch in die Karibik wurden diese europäischen Sklav*innenenschiffe verfrachtet. Ein transnationales Geschäft entstand.

In den fast vierhundert Jahren, in denen dieses Geschäft bestand, wurden schätzungsweise zehn bis zwölf Millionen Schwarzafrikaner*innen lebend nach Amerika verschleppt. Weitere vier bis fünf Millionen wurden an die Karibik geliefert. Bedenkt man die oft katastrophalen Gesundheitsbedingungen, die auf den Sklav*innenschiffen herrschten und die damit verbundene hohe Todesrate, ist diese Zahl mehr als erschreckend. Bis zu 40 Millionen Menschen sollen aus ihrer afrikanischen Heimat verschleppt worden sein und unter katastrophalen Bedingungen - angekettet, geschlagen und hungernd - trauriger Bestandteil eines traurigen Kapitels der europäischen Geschichte geworden sein.

Erst im 19. Jahrhundert wurde der Sklavenhandel in Europa endgültig abgeschafft. Oder doch nicht? Direkt unter der ausgestellten Halsfessel befindet sich ein kleines Bild des Streetart-Künstlers "Banksy". Darauf sieht man ein Kind, das vor einer Nähmaschine kniet und eine britische Flagge näht. Der stets gesellschafts- und konsumkritische Künstler spielt hier darauf an, dass Europa auch heute noch von der Arbeit profitiert, die Menschen (auch Kinder) unter unwürdigen Bedingungen verrichten müssen, um unseren Konsumstandard zu erhalten. Auch wenn heute keine Halsfesseln mehr benutzt werden, sind Europas Hände nicht frei von Menschenblut in unserer heutigen Zeit, und die Vitrine ist daher nicht nur eine schmerzliche Erinnerung an ein dunkles, längst vergangenes Kapitel der europäischen Geschichte, sondern ein Mahnmal für die Gegenwart.

Montag, 17. Dezember 2018

Exkursionsbericht

Foto: Ragnar Müller
„Europa vor dem Brexit“ - Exkursion nach Luxemburg und Brüssel (02.- 05.12.2018)

Ein Bericht von Lisa Knapp und Nadine Schäfer

 Sonntag 2 Dezember 2018 

07.30 / 8.30 Abfahrt

Nachdem zunächst in Ludwigsburg und anschließend in Plieningen die TeilnehmerInnen der Brüssel-Exkursion in den Bus eingestiegen sind, ging es los. Zur Einstimmung wurde ein Quiz zu Merkmalen, Fakten etc. rund um die EU verteilt, welches kurz vor der Ankunft in Schengen besprochen wurde. Außerdem vergegenwärtigten wir uns, wo die EU und ihre Regelungen bereits am frühen Morgen Auswirkungen auf unser Leben haben, zum Beispiel beim Frühstück (Herkunftsort von einem Ei) oder im Badezimmer beim Zähneputzen.

12.15-14.15 Zwischenstopp in Schengen:

„Das Schengen-System und seine Darstellung im Schengen-Museum“

Im Schengen-Museum wurde die Gruppe zunächst von zwei Mitarbeiterinnen des Europe Direct Schengen begrüßt, die die Vorteile des Schengenraumes anhand eines Dialoges auf Luxemburgisch und Deutsch darstellten und mit dem Beispiel Neuseeland vom Nicht-Schengenraum abgrenzten. Nils Bunjes vom Europa Zentrum Baden-Württemberg führte anschließend in den Seminarablauf ein und fragte die Erwartungen der TeilnehmerInnen ans Seminar ab. Anschließend konnte sich jeder individuell über die Infotafeln einlesen. Besonderes Interesse der TeilnehmerInnen fanden auch die Sternsäulen des Museumsvorplatzes mit charakteristischen Eigenschaften der einzelnen Schengen-Länder. Dabei konnte man ebenfalls die Schiffsform des Museums betrachten, welche an das Schiff MS Princess Marie-Astrid angelehnt ist, auf dem am 14. Juni 1985 das Schengener Abkommen unterschrieben wurde. Das Schiff diente als Ort, um das Abkommen direkt an der Grenze von Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten zu signieren.

Samstag, 15. Dezember 2018

EU-Exkursion 12/2018: Besuch im Rat der EU

Foto: Ragnar Müller
Ein Bericht von Lisa Knapp und Nadine Schäfer

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 9.00-11.30 Informationsbesuch im Rat der Europäischen Union: „Die Rolle des Rates der Europäischen Union im institutionellen Gefüge“

Nach zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen, die typisch für die Institutionen der Europäischen Union sind, trafen wir den und zugeteilten Mitarbeiter des Rates in einem Sitzungsraum. Er ist seit 2006 im Ratssekretariat tätig und arbeitet aktuell für das Krisenmanagement.

Unter dem Dach des zweitgrößten Bürogebäudes Brüssels befinden sich zwei ähnlich klingende Institutionen mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten. Zum einen der „Europäische Rat“ und zum anderen der „Rat der Europäischen Union“. Als Europäischer Rat treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten, momentan ist Donald Tusk der Präsident dieses Gremiums. Der Rat der Europäischen Union hingegen besteht aus den FachministerInnen der Mitgliedsstaaten, die (rotierende) Ratspräsidentschaft hat aktuell Österreich inne.

Der Rat der Europäischen Union ist in 10 Ratskonstellationen untergliedert, die sich jeweils auf einen bestimmten Themenbereich beziehen, wie zum Beispiel Arbeit und Soziales, Finanzen, Agrarwirtschaft. Demnach treffen in diesen Konstellationen die zuständigen MinisterInnen eines Fachbereiches zusammen und vertreten die Interessen ihrer jeweiligen Regierung.

3006 MitarbeiterInnen arbeiten im Ratsgebäude, zusätzlich sind täglich 2000- 5000 BesucherInnen, Beamte oder MinisterInnen etc. im Haus. Das Gebäude ist mit einer kleinen Stadt zu vergleichen, da es hier neben den vielen Sitzungsräumen, Restaurants, eine eigene Feuerwehr, eine Polizei und ein kleines Klinikum gibt.

Freitag, 16. November 2018

Exkursion nach Brüssel

Foto: Ragnar Müller
Kurzfristig hat sich die Gelegenheit ergeben, gemeinsam mit dem Europa-Zentrum eine Exkursion nach Luxemburg und Brüssel anzubieten. Die wichtigsten Daten:
Wann: So 2.12. - Mi 5.12.2018
Kosten: ca. 150,- €

Wer mitkommen möchte, sollte am kommenden Mittwoch (21.11.2018) um 13:30 - 14:00 h in den Raum 1.247 zur Vorbesprechung und Anmeldung kommen...

Donnerstag, 23. August 2018

EU-Exkursion 2018: Haus der europäischen Geschichte (III)

Im Mai 2017 öffnete im Brüssler Leopoldpark, im Europaviertel, das „Haus der Europäischen Geschichte“. Vom Europäischen Parlament initiiert und finanziert soll es seinen Teil zur europäischen Identität beitragen und so den Zusammenhalt stärken. Unter den heutigen Umständen und Hürden, wie der anhaltenden Finanzkrise einiger Staaten, denen sich die Europäische Union gegenüber sieht, scheint dies kein schlechter Ansatz zu sein. Denn eine gemeinsame Geschichte kann den Zusammenhalt unter den Unionsbürgern stärken und bei Krisenüberwindungen helfen.

Die Finanzpolitik mit ihren Rettungsschirmen findet aus input-orientierter Sichtweise in den wenigsten EU-Staaten eine Legitimation. Auch lassen sich Entscheidungen auf europäischer Ebene nicht immer zwangsläufig aus output-orientierter Sichtweise begründen. Für diese bedarf es viel mehr eines „Gemeinschaftsgefühls“, welches die Bürgerinnen und Bürger der einzelnen EU-Staaten verbindet.

Das Haus der europäischen Geschichte setzt bei diesem Gedanken an und führt die Besucher kostenfrei durch die Geschichte Europas. Die Dauerausstellung mit dem Schwerpunkt des 20. Jahrhunderts schildert eindrucksvoll und emotional, wie Europa trotz der schrecklichen Ereignisse der beiden Weltkriege in der Europäischen Union und damit im Frieden zusammenfand.

Zum Motto „ In Vielfalt geeint“ passend, endet die Museumstour im obersten Stock mit einer leeren Wand, welche von Besuchern individuell beschriftet werden kann. Auch hier runden die Emotionen der Besucher die Ausstellung ab mit den verschriftlichten Eindrücken, die sie durch die Stockwerke gesammelt haben. Liest man sich durch die vielen Gedanken der Besucher, kann es bei dem einen oder anderen schon zu Tränen in den Augen kommen. Denn hier zeigt sich, was mit europäischer Identität gemeint ist: Die Liebe zur Europäischen-Union!

Freitag, 6. Juli 2018

EU-Exkursion 2018: Stadtführung in Brüssel

[Stadtführer: Malte Woydt]
 
Autoren: Simon Schneider & Heiko Gollub

Brüssel gehört, als eine von 19 Gemeinden der Region Brüssel-Haupstadt (Région de Bruxelles-Capitale), zum Königreich Belgien. Die Stadt wurde im 10. Jahrhundert gegründet und hat heute etwa 177.000 Einwohner. Die große Mehrheit der Bevölkerung spricht Französisch. Etwa 2/3 der Einwohner Brüssels haben mindestens ein ausländisches Elternteil. Die größte Anzahl an Ausländern stellen Frankreich (70 000) und Marokko (45 000). Den höchsten Ausländeranteil einer Stadt in Deutschland hat Frankfurt mit etwa 51 %.

Die Stadt hat beide Weltkriege schadlos überstanden (Woydt: „Im ersten Weltkrieg ist hier keine einzige Fensterscheibe kaputt gegangen“). Es lassen sich nur sehr wenige neue Gebäude in der Altstadt finden, da wenig abgerissen oder saniert werden musste.

Der Parc de Bruxelles (im Volksmund: „Parc Royal“) gilt seit mehr als 800 Jahren als politisches Zentrum Brüssels. Mit der Unabhängigkeit Belgiens im Jahr 1830 legten die Belgier ihr politisches System direkt um den Park herum. Eine Seite des Parks ist heute belegt für Parlament und Regierung, die andere Seite für (z.B. amerikanische, englische, schweizerische) Botschaften. Der Königspalast liegt gegenüber dem Parlament bzw. der Regierung. Diese Trennung steht für eine symbolische Gewaltenteilung, die im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Dem König wurde formal die Macht entzogen, was durch gemeinsames, parlamentarisches Handeln dauerhaft gewährleistet werden sollte.

Belgien gilt als zweites Industrieland der Weltgeschichte nach Großbritannien. Mitte des 19. Jahrhunderts war Belgien anderen Nationen wie Deutschland, Italien oder Frankreich, wirtschaftlich einige Jahrzehnte voraus. Dies gelang vor allem durch eine gute Investitionspolitik im Zuge der Industrialisierung. Belgien wurde zu dieser Zeit hauptsächlich vom Finanzbürgertum (z.B. Chefs großer Banken) regiert. Karl Marx bezeichnete Belgien als „Paradies des Kapitalismus“.
Heute besitzt Belgien die 20. größte Volkswirtschaft der Erde (bei gerade einmal 11 Mio. Einwohnern!).

Brüssel ist neben Berlin die europäische Hauptstadt mit der höchsten Arbeitslosenzahl. Das Gefälle zwischen hochqualifizierten und unqualifizierten Menschen ist riesig. Brüssel hat als Europahauptstadt einen sehr starken tertiären Sektor, gleichzeitig werden jedoch massenhaft Jobs für Personen ohne Schulabschluss geschaffen (Woydt: „Man kann also auch sagen, Brüssel und Berlin sind die einzigen europäischen Hauptstädte, die noch günstig genug sind für Arbeitslose“).

Die Brüsseler Innenstadt besteht aus der Oberstadt auf dem Hügel und der Unterstadt im Tal. Die Adligen wohnten in der Oberstadt, um auf die anderen Menschen herunterblicken zu können. Brüssel ist daher anders strukturiert als nordwesteuropäische Städte, in denen Reiche normalerweise im Westen (z.B. Westend in London) wohnten. Heute wohnen reichere Menschen in östlichen, südöstlichen und südlichen Villenvororten von Brüssel. Als Tourist hält man sich meistens im Stadtzentrum auf und erhält den Eindruck, sich in einer armen Stadt zu befinden (Woydt: „Die reichen Leute verstecken sich in den Vororten von Brüssel“). Die Wohnungskosten in Brüssel sind immens hoch. Viele Familien haben Probleme bei der Suche nach Wohnungen, da diese oftmals schlecht geschnitten sind. Der Wohnungsentwurf spielt eine wichtigere Rolle als die Quadratmeter. Schätzungsweise (Woydt) liegt der Preis für eine Ein-Zimmer-Wohnung in einem Altbau im Armenviertel zwischen 500 und 600 Euro (!).

Mittwoch, 4. Juli 2018

EU-Exkursion 2018: Ständige Vertretung der BRD

Laut Wikipedia ist "die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union [...] die diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union mit Sitz in Brüssel." Diese Einrichtung haben wir besucht und hatten das Vergnügen, auf Herrn von Wegerer zu treffen.

Zuallererst möchte ich Herr von Wegerer zu einem gratulieren. Es war kaum zu übersehen, dass er für seine Punkte brannte und die Materie auch multiperspektivisch verstanden hat. Klar war aber auch, dass er nicht zwingend auf ein Publikum treffen würde, dass ihm Beifall stürmend zu Füßen liegen würde. Das hat es so an sich, wenn man vor 30 Politikstudenten einer Pädagogischen Hochschule über Rüstung spricht.

In seinem Vortrag zeigte Herr von Wegerer uns mehrmals auf, dass die EU in puncto Sicherheitspolitik noch einigen Aufholbedarf hat. Selbst die größten Rüstungsgegner unter den Zuhörern verstanden ihn in diesem Punkt, auch wenn man natürlich nicht damit einverstanden sein muss, dass dies zur Folge hat, die Rüstungsausgaben der EU zu erhöhen.

Auch zeigte er die strukturellen Probleme auf, wie z.B., dass Soldaten aus der EU mit 5x mehr Waffensystemen umgehen müssen als die größte Rüstungsmacht der Welt. Dies ist nicht nur hochgradig ineffizent, sonder schlichtweg für keinen zu leisten.

Auch deswegen beschloss das Europäische Parlament ein Entwicklungsprogramm in Milliardenhöhe. Jedoch war keiner der anwesenden Studenten sattelfest in diesem Thema, um wirklich kritisch hinterfragen zu können, ob und inwieweit dieses Programm sinnvoll ist.

Alles in allem war es ein Vortrag, der durch die Begeisterung von Herrn von Wegerer getragen wurde. Man merkte ihm deutlich an ,dass er begeistert an der Thematik arbeitet. Auch wenn dies im Fall der Rüstungsarbeit für die meisten von uns nicht wirklich nachvollziehbar war.

Was ist die Ständige Vertretung (StV)? 

Sie sind die Augen, Ohren und das Sprachorgan Deutschlands bei der EU. Strukturell besteht die Vertretung aus der Leitung mit dem Ständigen Vertreter (AA) und dem Stellvertretenden Ständigen Vertreter (BMWi) sowie vier verschiedenen Abteilungen (Politik, Finanzen, Wirtschaft und den Referaten), welche alle zusammen eine Verwaltung haben. Unter anderem hat die StV auch die Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Brüssel organisiert. Wichtig ist, dass die Ständige Vertretung nicht die Botschaft ist. Der Botschafter ist der Vertreter des Regierungschefs des Landes, jedoch nur zu völkerrechtlich anerkannten Ländern.

Die etwa 250 Mitarbeiter_Innen
       unterrichten die Bundesregierung über Ereignisse und Entwicklungen in den EU-Institutionen,
       helfen bei der Meinungsbildung zu aktuellen europapolitischen Fragen,   
       sind in ca. 140 Ausschüssen und Arbeitsgruppen des Rates vertreten,     
       setzen sich ein für deutsche Personalinteressen in den EU-Institutionen,       
       leisten aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Ständige Vertretung hält Kontakte zu den Kommissaren der Kommission und den Mitgliedern des Europäischen Parlaments. Selbst sind die Mitarbeiter der StV Beamte der Ministerien ihres jeweiligen Staates.

Mit den anderen Mitgliedsstaaten wird auch zusammen gearbeitet:
       Stimmungslage sondieren
       Gemeinsame Interessen finden
       Kompromisse vorbereiten
       Allianzen schmieden
       Positionen gegenüber anderen Organen (Kommission, Parlament) koordinieren

Arbeit der StV mit der Kommission:
       Bereits im Vorfeld von Rechtsakten oder Programmen nationale Interessen geltend machen
       Während der Verhandlungen von Rechtsakten, Partnerschafts- und       Kooperationsabkommen mit Drittstaaten, Programmen etc. Interessen einspeisen 
       Kooperation in Komitologieausschüssen und Ratsarbeitsgruppen

Weiter Kooperationen im Rahmen der EU:
       Europäisches Parlament
       Kontakt zu den Fraktionen und Abgeordneten im EP                                
       Berichterstattung über die Arbeit des Parlaments
       Wirtschafts- und Sozialausschuss    
       Ausschuss der Regionen

Zusammenarbeit mit Berlin:
       Abgestimmte Weisungen aus Berlin in Ratsgremien (AStV, Arbeitsgruppen) und             Verwaltungsausschüssen vertreten
       Berichterstattung über die Sitzungen an die Zentrale          
       Zwischen deutschen Interessen, den Interessen anderer Mitgliedstaaten und europäischen Belangen vermitteln      
       Frühe Information („Frühwarnung“) der Bundesregierung

Zusammenarbeit mit den Bundesländern
       Enge Zusammenarbeit mit den Bundesländern durch:
       Länderbeobachter                                                    
       Länderbüros in Brüssel                                 
       Ratsberichterstattung

Zusammenarbeit der StV mit Interessenvertretern:
       Repräsentanzen der Wirtschaft in Brüssel (Einzelvertretungen und Verbände):
       Austausch von Positionen, ggf. Hilfe bei der Vertretung deutscher            Wirtschaftsinteressen bei europäischen Organen auf Grundlage eigener Analysen und Einschätzungen    
       Nicht-Regierungsorganisationen im Bereich Menschenrechte, Verbraucherschutz, Kultur etc.: Austausch von Positionen, ggf. Einbeziehen in deutsche Position

Zusammenarbeit mit anderen deutschen Vertretungen in Belgien:
       Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der NATO
       Sitz direkt bei der NATO                                          
       Verwaltungsgemeinschaft                            
       Deutsche Botschaft beim Königreich Belgien         
       Gemeinsame Kanzlei mit der StV bei der EU                               
       Verwaltungsgemeinschaft

Autoren: Martin Frase / Michael Zanger

Montag, 2. Juli 2018

EU-Exkursion 2018: Europäische Kommission (III)

Bei unserem Besuch bei der Europäischen Kommission am 23.05.2018 trafen wir Ralf von Ameln. Er ist Mitglied beim Referententeam der Kommission in der Generaldirektion Kommunikation. Das Gespräch gliederte sich in zwei Teile. Ersterer handelte von der Rolle der Europäischen Kommission im Institutionensystem der EU (siehe hier). Nach einer kurzen Kaffeepause hatten wir im zweiten Teil zunächst die Möglichkeit, Fragen zu stellen, bevor wir uns dem Thema Verbraucherschutz annahmen.

1.) Laut von Ameln befindet sich die EU in einer schwierigen Situation.
  • Da sich Reformen stauen, befinden sich die Institutionen in großem Handlungsdruck.
  • Die europäischen Staaten sind sich in vielen Fällen uneinig, daraus ergibt sich die Grundsatzfrage: „Brauchen wir eine gemeinsame europäische Stimme?“
  • Zudem geht er auf das „Ausfransen“ der EU an den Rändern ein (Polen, Italien, Aufstieg von Rechtspopulisten).
2.) Ein Studierender erkundigte sich nach seiner Einschätzung in Bezug auf den BREXIT.
  • Herr von Ameln vermutet, dass eine harte Linie gegenüber Großbritannien notwendig sei.
  • Es soll kein Präzedenzfall geschaffen werden.
  • Der BREXIT am 23. März 2019 bringe Nachteile für GB und für die EU.
3.) Als nächster Punkt wurde die Erweiterung der EU angesprochen.
  • Diese erachtet Herr von Ameln als sinnvoll, da so die Balkanstaaten unabhängiger von Russland würden.
  • In diesem Zusammenhang stellte Herr von Ameln dar, dass ärmere Länder der EU durch Geldmittel unterstützt werden (der größte Nutznießer sei Polen).
Schließlich zeigte Herr von Ameln uns eine Präsentation zum Thema Verbraucherschutz. Die Kommission verfolgt vier wesentliche Ziele im Verbraucherschutz.
  • Erhöhung des Rechtsrahmens für Verbrauchersicherheit
  • Wissensvermittlung
  • Durchsetzung des Rechtsschutzes
  • Anpassung an das digitale Zeitalter
Als Verbraucher kann man sich bei Fragen und Problemen über den europäischen Verbraucherschutz hier (https://www.evz.de/de/startseite/) informieren.

Autorinnen: Johanna Schreier / Carmen Zimmer

Freitag, 15. Juni 2018

EU-Exkursion 2018: Haus der europäischen Geschichte (II)

Das Haus der Europäischen Geschichte war eines der Highlights auf der Brüssel-Exkursion. Mit seiner interaktiven Technik wurde es trotz der vielen sechs Stockwerke nicht langweilig, und man hätte gut und gerne noch zwei Stunden länger dort verbringen können.

Eine Sache, die mir sehr in Erinnerung blieb, war der Film über Hitler und Stalin. Dieser wurde über eine Breite von sieben Metern an die Ausstellungsstücke selbst projiziert und zeigte Parallelen und Unterschiede zwischen den beiden Regimen auf. Hierfür wurde Hitler und der Nationalsozialismus auf der linken Seite abgespielt, Stalin und der Kommunismus auf der rechten.

Somit wurde technisch sehr schön eine Trennung zwischen den beiden Regimen hergestellt. Bei Übereinstimmungen beider Regime wurden beide Seiten gleichzeitig beleuchtet. Der Film ging insgesamt über fünf Minuten und zeigte sehr anschaulich, dass beide Führer ihre Herschaft mit Gewalt und Furcht festigten. Einzig das Ende des Bündnisses zwischen Stalin und Hitler wurde meiner Meinung nach nicht ausreichend behandelt.